Wir haben Erfahrungen mit den beiden On-Demand-Unternehmen „Create Space“ (CS) und „BoD“. BoD ist ein deutsches Unternehmen, mit typisch deutschem Phlegma, aber auch mit deutscher Zuverlässigkeit. Alle Geschäfte werden gemäß deutschem Recht abgewickelt. Die Auszahlungen erfolgen zwar langsam aber zuverlässig mit korrekt ausgewiesener MwSt. „Create Space“ ist eine Tochtergesellschaft von Amazon und die scheren sich wenig um deutsche Gepflogenheiten. Abrechnungen kommen ohne MwSt, was ok ist, weil die zuständige Gesellschaft in Irland sitzt. Das Portal ist äußerst nervig zu überblicken und zu bedienen. Wenn man mehrere Bücher im Portfolio hat, ist es nicht immer leicht, die Titel in den Abrechnungen auseinander zu halten. Wir werden dazu in unserem FUTURE.CONTENT berichten, wenn wir Belege vorlegen können. Was die Autoren-Honorare angeht, so unterscheiden sich diese beiden Anbieter nur scheinbar. Zwar ist es in der Tat so, dass BoD die geringeren Honorare bezahlt, aber sie sind nicht so viel geringer, dass es stark ins Gewicht fällt. Wenn man vor allem berücksichtigt, dass „Create Space“ nur die Plattform Amazon bedient, BoD aber zahlreiche weitere Verkaufs-Plattformen (Thalia, eBook.de, etc.), hat sich der kleine Unterschied in den Honoraren schnell wieder ausgeglichen. Fairerweise muss auch gesagt werden, dass sich 80% des Verkaufsspiels auf Amazon abspielen wird (mag der Buchhandel noch so mit den Zähnen knirschen).

Was leisten also diese beiden On-Demand-Unternehmen grundsätzlich? Jeder kann sich auf www.bod.de und www.createspace.com selbst ein Bild machen. Und jeder Autor kann auch im Internet „print on demand“ recherchieren und sich auch die anderen Vertreter der Branche ansehen. Nach unserer Erfahrung lohnt es sich, die beiden genannten Unternehmen in Betracht zu ziehen.

Überblick über publizierte Titel (Referenzen)
Bei BoD kann man im Buch-Shop nur Titel finden, die auch bei BoD publiziert worden sind. Insofern stellt der Buch-Shop eine „Referenz auf einen Blick“ dar. Bei CS ist Amazon der Buch-Shop. Dort sind allerdings die meisten Titel bei anderen Verlagen produziert worden, so dass man mühselig alle Titel durchsuchen muss, um CS-Publikationen zu finden. Zu aufwendig.

Starter-Tutorials
BoD bietet zum Download und in den FAQ einiges an Informationen für den neuen Autor an. Wie wir gleich sehen werden, sind diese Informationen aber zu kurz gegriffen, weil sie klar den Schwerpunkt „Buchgestaltung“ haben und weniger das notwendige Marketing betrachten. CS bietet ein umfangreiches Menü an Services an, echte Tutorials findet man jedoch nicht. Allerdings existieren diverse Video-Kanäle bei YouTube mit ca. 62.000 Fundstellen. Für den Autor eher eine Zumutung als echte Hilfe. Auch BoD hat einen eigenen YouTube-Kanal. Mit knapp über 30 Angeboten schon eher zumutbar.

Buch-Kalkulation, Preisfestsetzung
BoD bietet einen durchaus praktikablen Buch-Kalkulator an, der auch benutzt werden kann, wenn das Buch an anderer Stelle publiziert werden soll (dann nur auf die Formate achten). Es werden immer zuerst die Formatdaten abgefragt und dann ein Preisvorschlag gemacht (der aber meistens zu völlig uninteressanten Preisen und Margen führt). Da man aber den Preis selbst festsetzen kann, kann man auch seine Marge an die eigenen Vorstellungen anpassen. CS bietet eine völlig nervige Kalkulation an, bei der man den $-Preis ohne die deutsche MwSt eingeben muss (falls man automatisch in vielen Ländern anbieten will). In der Folge wird dann der Netto-Euro-Preis berechnet. Bis man seinen Brutto-Euro-Preis so festgelegt hat, muss man centweise rauf und runter rechnen, bis der Preis stimmt. Angezeigt wird trotzdem nur der Nettopreis. Der Autor muss also immer den Taschenrechner parat haben. Man kann allerdings auch auf die automtiache Preisberechnung verzichten und gleich nur „Deutschland anklicken. Dann kann man seinen Nettopreis passend eingeben. Ist ein Preis erst mal falsch bei Amazon angekommen, dauert die Korrektur ca. 5-7 Tage. Bei beiden Portalen hat die Cover-Qualität (Hardcover oder Softcover) einen sehr wesentlichen Einfluss auf den Preis. Es ist uns noch nicht gelungen, ein Hardcover-Buch mit Farbseiten so zu kalkulieren, dass annehmbare Autoren-Honorare herauskommen.

Download von Manuskript-Vorlagen
CS bietet zu allen angebotenen Formaten die entsprechende Word-Vorlage zum Download an. Es ist auch sehr zu empfehlen, diese zu nutzen, denn selbst zusammen gebastelte Word-Dokumente führen später totsicher zu fehlerhaften Buch-Blocks. BoD bietet unter dem Titel „Buchausstattung“ umfangreiche Anleitungen an, jedoch nur für 5 der 10 angebotenen Formate fertige Downloads (was möglicherweise ausreicht).

Diverse Buchformate
Beide Anbieter bieten zahlreiche Buchformate an. BoD ca. 10 verschiedene, CS deutlich mehr. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass BoD auf cm-Basis anbietet, CS jedoch auf Zoll-Basis mit zusätzlicher Angabe ziemlich krummer cm-Angaben. Auch hier ist der Taschenrechner gefragt. Wenn man sich erst einmal auf eines der Portale festgelegt hat, wird man sich daran gewöhnen.

Hilfe beim Veröffentlichungskonzept
BoD bietet ein Download-Dokument „Veröffentlichungs-Konzept“ an. Aber auch hier ist deutlich zu sehen, dass es eher um die Technik der Buchgestaltung geht und Marketing im Konzept völlig außer Acht gelassen wird. Auch bei CS geht es um Technik.

Marketing-Service
BoD bietet ein PDF-Dokument zum Download an, das so auch für andere Publikations-Portale verwendet werden kann. Auch hier wird unseres Erachtens zu kurz gegriffen, weil die sich Informationen auf Buchgestaltung und Preisfindung beschränken. Es gibt im Papier ein paar Ideen, die durchaus überlegenswert sind (Probierpackungen), aber die kein vollständiges Marketing-Konzept darstellen. CS ist beim Thema Marketing ganz schwach. Offenbar liegt das daran, dass Amazon der Meinung ist, Amazon reicht als Marketing-Entscheidung schon aus, was definitiv falsch ist.

FAQ
Bei BoD findet man im Portal eine FAQ-Sektion. Bei CS muss man sich Informationen im Portal und im Internet zusammensuchen.

Upload der Buchdaten als PDF
Das geht bei beiden Anbietern problemlos (auch wenn der Buchblock mit Word verfasst wurde). Allerdings sollte man die technischen Hinweise, zum Beispiel zum Einbetten von Schriften, beachten. Es gibt Schriften (wir verwenden so eine), die kannst Du noch so gut einbinden, CS wird die beim Proofing immer sagen, dass Deine Schrift nicht richtig eingebettet ist. So langweilig es auch erscheinen mag, ist der Beschränkung auf Standard-Schriften immer noch der Weg, der am sichersten zu guten Ergebnissen führt. Der Autor sollte auf jeden Fall, bevor er seinen Buchblock verfasst, einen Test-Upload durchführen, um später nicht der Ernüchterung Raum geben zu müssen.

Generieren und Zuordnen von ISBN und Bar-Code
Bei BoD ist ab dem Classic-Paket immer eine deutsche ISBN enthalten, die auch an den ISBN gemeldet wird. CS generiert eine zehn- oder dreizehn-stellige amerikanische ISBN. Der Autor muss entscheiden, wie wichtig ihm eine deutsche ISBN ist. Wichtig ist sie dann, wenn das Buch vom deutschen Buchhandel bestellt werden soll.

Services bei Buch- und Cover-Gestaltung
Beide Unternehmen bieten gegen extra Bezahlung entsprechende Services an. Wenn es um einen Buchtitel geht, kann man das nutzen. Wenn es darum geht, eine ganze Publikations-Reihe zu planen, ist ein Design-Dienstleister sinnvoll, der einem hilft ein Corporate Design zu entwickeln und dann auch durchzuhalten. Designer sind erst mal teuer. Ob man mit den Anbietern bei www.fiverr.com zurecht kommt, hängt einmal von der Kommunikations-Sprache ab, und zweitens sollte man sich an einen Anbieter gewöhnen, der dann im Sinne des Corporate Designs immer gleich gestaltet.

Autoren-Exemplare zum Vorzugspreis
Bieten beide Anbieter an. CS hat bei günstigen Versandkosten extrem lange Lieferzeiten. Ein bis zwei Exemplare lohnen sich da eher nicht.

Hosting der Buchdaten
BoD bietet diesen Service für zum Beispiel €19,00 einmalig auf einem deutschen Server an. Bei CS ist das Hosting auf einem amerikanischen Server kostenlos.

Kündigung des Vertrages
Bei CS muss man sein Buch einfach löschen, um es vom Markt zu nehmen oder für einen anderen Verlag frei zu haben. Bei BoD ist eine längerfristige Kündigung nötig, die durch eine Ablösesumme (die dann der Verlag bezahlt) verkürzt werden kann.

Buch-Marktplatz (Shop)
BoD hat einen eigenen Buch-Shop mit ausschließlich BoD-Titeln. Bei CS ist Amazon der Markplatz, auf dem man sich die CS-Titel mühsam zusammensuchen muss (ohne sicher alle zu finden).

Abrechnungen
BoD rechnet sicher quartalsweise ab. Der Autor kann im Portal myBOD vorher die verkauften Buchzahlen sehen. Allerdings haben diese Informationen nie mit den Abrechnungen übereingestimmt, die wir erhalten haben (wie haben immer mehr abgerechnet bekommen als wir vorher im Portal erkennen konnten). Das liegt daran, dass BoD offenbar nicht laufend alle Verkäufe von anderen Portalen und vor allem eBooks sicher erfassen kann. Die Zahlungen haben aber immer mit den Abrechnungen übereingestimmt. BoD braucht nach Ende des Quartals noch ca. 4 Wochen bis zum Zahlungseingang. CS-Abrechnungen kommen monatlich, sind dafür wesentlich unklarer. Wenn der Autor Wert auf eine ordnungsgemäße Buchhaltung legt (was zu empfehlen ist), ist das deutsche Unternehmen BoD die bessere Lösung.

Telefonischer Service, eMail-Service
BoD ist immer telefonisch und persönlich erreichbar. CS nie. Selbst eine Anforderung eines Rückrufes führt dort immer zu einer nichtssagenden Information, dass vergeblich versucht wurde einen zu erreichen und man deshalb per eMail antwortet. Blödsinn, niemand hat es versucht. Allerdings bekommt man sicher Antwort per eMail, auch wenn das 24-48 Stunden dauert.

Buchmessen
Ist für CS kein Thema. Deren Spielwiese ist das Online-Portal Amazon. BoD ist sehr Buchhandels- und damit Buchmessen-affin. Wir konnten allerdings für unsere Titel bisher noch keinen Nutzen daraus ziehen.

Bedienen des Buchhandels
Das leistet von diesen beiden Portalen nur BoD. Amazon wird vom deutschen Buchhandel schon aus Prinzip boykottiert. Es ist ja große Feind.
Unsere Anmerkung dazu: Es ist durchaus überlegenswert, ob man sich mit einer Krake, wie Amazon, einlassen will. Und viele wollen es nicht. Aber der Autor muss sich auch der Tatsache stellen, dass Amazon Marktführer ist. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „If you can´t beat him, join him“.

Sprache
Alle Anleitungen bei BoD, incl. der AGB, liegen in deutscher Sprache vor. Alle Informationen von CS, incl. unmoralischer langer und komplizierter AGB nur in Englisch. Selbst wenn mal was in Deutsch vorliegen sollte, wird darauf hingewiesen, dass die englische Fassung gilt.

Mehr dazu hier: https://akademie.hansjanotta.com/einladung/

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